Ein Grundschüler in Sachsen findet die AfD doof und zeigte das auch mit einem „Fck AfD“ Gekritzel in einem privaten Heft. Jetzt ist er einer Hetzjagd ausgesetzt, weil er ein durchgestrichenes Hakenkreuz in sein Kritzelheft gezeichnet hat.
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Warum wird ein Schüler in die Zange genommen, der sich klar gegen die AfD positioniert? Wirkt die Stimmungsmache der rechtsextremen Partei? Die AfD hat Meldeportale initiiert, nennt sie teilweise „Informationsportal ,Neutrale Schule‘“ – und stiftet so Schüler:innen an, kritische Lehrkräfte zu denunzieren. Will man an einer sächsischen Grundschule der AfD keine Angriffsfläche bieten?
In Chemnitz bekommt der Fall eine zusätzliche Dimension durch einen anderen Vorgang nur kurz zuvor: Demnach soll ein anderer Schüler an der Grundschule Hakenkreuze im Schulgebäude geschmiert haben, und zwar solche, die nicht durchgestrichen waren. Ahmets Mutter schreibt: „Bisher ist mir nicht bekannt, dass dieser Schüler mit der gleichen Härte wie (…) bestraft wurde, meines Wissens nach wird dieser Schüler ja auch nicht strafversetzt.“
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Aber selbst wenn Schule und Landesschulamt noch einlenken: An seine bisherige Grundschule zurück kann Ahmet wohl kaum. Neuer Anlauf, wenn im Sommer die Versetzung in die fünfte Klasse ansteht. Die Mutter Karin Yılmaz ist noch immer völlig fassungslos, wie sich die Dinge so hochschaukeln konnten: „Es fühlt sich an wie in einem falschen Film. Ich kann gar nicht glauben, dass so etwas wirklich stattfindet.“
Schade, dass bereits Kinder so viel von der bemitleidenswerten Politik in Deutschland mitbekommen. In diesem Fall positioniert sich der Junge zwar richtig, aber das kann auch in die andere Richtung gehen. Durch das Wirken von AfD auf TikTok und Co. werden schon die ganz kleinen unter uns ordentlich mit braun-blauer Suppe gefüttert.
Mir tut der Junge leid. In Deutschland geboren als Kind einer Deutschen Mutter aber er hat das “Pech” einen türkischen Vater und einen türkischen Namen zu haben und zack: Für das Leben vorverurteilt. Jetzt auch ganz offiziell mit: Du darfst dich nicht mal durch harmloses Gekritzel in deinem eigenem Heft wehren.
Meine Erfahrung ist dass sich das absolut nicht auf TikTok oder Youtube einschränken lässt. Der Einfluss ist überall, nicht nur Online. Kinder sind sensibel für emotionale Themen, und hören zu. Was ich dann höre sind 6-Jährige die sagen “Trump ist ein Böser”.
Und ich meine das absolut positiv. Ich sehe nicht warum man Kinder nicht mitnehmen sollte in die grossen, ernsten Themen des Lebens. Ohne sie beeinflussen zu wollen natürlich, und ohne sie zu traumatisieren.
Sie kriegen das alles eh mit, und sie fragen. Ich zumindest will (kindgerecht) antworten.
Als illustrierendes Beispiel: vor kurzem hatte ich ein langes Gespräch über das Pro und Kontra der Wehrpflicht mit einem Haufen 8-Jähriger Jungen. Die haben das Thema selbst aufgebracht (Kontext Ukraine-Krieg) und waren sehr besorgt darüber dass man sie oder ihre Väter in den Krieg schicken könnte. Haben mich förmlich gelöchert mit Fragen. Man merkte direkt dass andere Erwachsene da wohl eher ausweichend geantwortet hatten.
(das war übrigens nicht in D-land)
Wenn man ihnen auf Augenhöhe begegnet und sie ernst nimmt, kann man mit Kindern sehr erwachsen diskutieren. Das muss man halt wollen und machen.
Dann heben es auch alle Beteiligten in der Pubertätzeit einfacher 😇
Moderne Volksempfänger, aber ‘kostenlos’, nur sehr wenig regional beschränkt und für alle Altersgruppen persönlich.